Michael Chalupka über die Geschichte eines Feiertags

Der Karfreitag ist in Diskussion. Warum ist gerade der Karfreitag für evangelische und altkatholische Christen, die ihn als eigenen staatlichen Feiertag in Österreich begehen, so wichtig? Dafür gibt es Glaubens -Gründe: Die Auferstehung Jesu ist ohne das Bedenken seines Todes nicht zu verstehen. Der Generalvikar der Altkatholischen Kirche, Martin Eisenbraun, sagt: „Der leidende Christus ist heute mehr denn je Sinnbild für Ungerechtigkeit, Leid, Gewalt und gesellschaftliche Verachtung.“ Gott selbst und deshalb auch die Kirchen stehen an der Seite dieser Menschen.

Die Bedeutung des Karfreitags für die Evangelischen hat auch historische Gründe: Sie mussten jahrhundertelang im Untergrund leben, wurde verfolgt und diskriminiert. Erst 1861 wurden sie geleichberechtigte Bürger in Österreich. Als 1955 der 8. Dezember als weiterer katholischer Feiertag im Nationalrat beschlossen werden sollte, stand der Forstarbeiter Karl Spielbüchler, evangelischer Bürgermeister aus Gosau, auf und erklärte, es sei nur gerecht, dass auch die Evangelischen einen Feiertag haben – als Ausgleich für erlittenes Unrecht. So wurde der Karfreitag beschlossen und gilt bis heute.

Für die Evangelischen Kirchen ist er unaufgebbar. Er berührt ihr innerstes Glaubensverständnis und ist Ausdruck dafür, dass in Österreich auch Minderheiten ihre Religion in Freiheit leben können.

 Michael Chalupka ist evangelischer Pfarrer und Geschäftsführer der Diakonie Bildung.

 

Karfreitag – was nun?

 Der Gesetzgeber hat entschieden: Es gibt einen persönlichen Feiertag, auf den man Anspruch hat und der vom Urlaub abgezogen wird. Was heißt das für uns als Evangelische Kirche?

 Erstens: Wir verlieren viel. Nämlich einen ganzen Feiertag. Das ist enttäuschend. Letztlich benachteiligt uns diese Lösung.

Zweitens: Es bietet uns eine Chance, die wir mit dem „halben Feiertag für alle“ nicht gehabt hätten: Nämlich die Gottesdienste weiter so anzubieten wie bisher: am Karfreitag Vormittag (unsere Gemeinden in der Evangelischen Steiermark laden fast durchgehend zu Abendmahlsgottesdiensten am Vormittag ein).

Drittens: Damit wird die Feier des Karfreitags für unsere Mitglieder stärker als bisher ein Bekenntnisakt. Schon bisher musste man sich zu diesem Feiertag bekennen: Man hatte beim Pfarramt eine Karfreitagsbestätigung anzufordern und diese beim Dienstgeber vorzulegen. Nun muss man nicht nur um den Tag ansuchen, sondern muss bereit sein, einen Urlaubstag dafür herzugeben. Das ist ein Bekenntnisakt, denn wenn ich diesen Tag als Feiertag begehen möchte – wie so viele Mitglieder unserer Kirche das in den letzten Tagen und Wochen betont haben – dann muss ich bereit sein, einen Urlaubstag dafür einzusetzen.

Damit sind wir als Minderheit an einem ganz entscheidenden Punkt: Minderheiten wird nichts geschenkt. Sie müssen sich ihren Status hart erkämpfen. Daher sollten wir an der Stelle nicht jammern, sondern uns und allen anderen beweisen, dass der Karfreitag für die Evangelischen tatsächlich einen besonders hohen Stellenwert hat. So hoch, dass wir sogar bereit sind, für die gemeinsame Feier dieses Tages unseren persönlichen Feiertag einzusetzen, der uns dann vom Urlaub abgezogen wird.

Bedenken wir, was Jesus für uns eingesetzt hat. Und nutzen wir diese Möglichkeit, die uns gegeben ist.

 

Superintendent Wolfgang Rehner

 
 
Bibelabende in der Passionszeit

Da von mehreren Seiten in der Gemeinde der Wunsch nach einer Bibelstunde geäußert wurde, möchten wir in der Passionszeit vier Bibelabende anbieten.

Die Abende finden vierzehntäglich mittwochs statt und dauern ca. 1,5 Stunden. Jeder Abend beginnt mit Gebet und Lied. Nach einer Textlesung mit einer kurzen Einführung besteht Gelegenheit zum Austausch über den Bibeltext. Beginn ist jeweils um 18.30 Uhr im Gemeindesaal in Peggau.

Die Termine der einzelnen Abende sind: 6. März, 20. März, 3. April und 17. April.

Alle Interessierten sind herzlich willkommen!

Johannes Erlbruch

 
  
 
 
Ehe für alle?!
 
Unsere Stellungnahme dazu:
 

Die evangelische Gemeinde Peggau hat in einer Gemeindevertretersitzung am 30. Januar 2019 der Aufforderung der Synode entsprochen und die Frage einer kirchlichen Trauung auch für homosexuelle Paare besprochen. Dabei hat sie durch Abstimmungen folgende Trendmeldungen erkundet:

  1. Ein positiver Synodenbeschluß für eine Trauung für alle wird von unserer Gemeinde mitgetragen. (Abstimmmung: 19 : 5) 

  2. Daher wünschen wir uns einen Synodenbeschluß, der eine kirchliche Trauung für alle Paare ermöglicht (20 : 4). Damit unterstützt die evangelische Gemeinde auch mit dem Kirchenrecht die seit 1.1.2019 bestehende rechtliche Gleichheit der Verehelichung von heterosexuellen Paaren und homosexuellen Paaren.
     
  3. Entscheidet die Synode gegen eine Trauung für alle, so sollen in den Gemeinden nur die kircheneigenen Räume für eine Trauung gleichgeschlechtlicher Paare gesperrt sein, nicht aber andere Räume auf dem Territorium des Pfarrgemeindegebietes. (Abstimmung: 16 : 6, ungültig: 2). 

    Die Gewissensentscheidung des amtierenden Pfarrers / der amtierenden Pfarrerin soll in jedem Fall respektiert werden.

Die kirchliche Trauung verstehen wir als eine Segnungshandlung. Gott segnet die Welt in ihrer Verletzbarkeit. Der Segen gibt dem Paar auch innerhalb der Gemeinde Anerkennung und Unterstützung. Ob sich die Betroffenen als Ehepaar verstehen, was legitim ist, kann die Gemeinde nicht bestimmen. Nicht das Unterscheidende sondern die Freude an der wesensmäßigen Übereinstimmung der Trauung für alle haben unser Gespräch bestimmt. Diese Werte sind uns im Hinblick auf die Ehe und Lebensgestaltung sehr wichtig und sollten auch durch eine Trauagende bestärkt werden: Liebe, Vertrauen, Treue, Ehrlichkeit, Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung, Vergebung, für einander da sein in einer innigen Zweierbeziehung.

Was gegen eine Trauung für alle spricht, sind tief eingegrabene Aussagen der Hl.Schrift von der alleinigen Zugehörigkeit von Mann und Frau in der Ehe, die dem Zeitgeist nicht geopfert werden dürfen, auch wenn die Ehe immer stärker an prägender Bedeutung verliert. Dieselbe Hl. Schrift hat auch Wege bereit zur Überwindung der Engführung, gilt doch für alle: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist, ich will ihm eine Hilfe geben, die ihm entspricht“.

Eine neue Trauagende für die Segnung verschiedengeschlechtlicher und gleichgeschlechtlicher Paare, wie sie bereits in Arbeit ist, hat die Gemeindevertretung interessiert.

Das Bild vom Menschen hat sich geändert, wenn die Trauung gleichgeschlechtlicher Menschen ebenso geachtet ist, wie es bisher die Trauung von Mann und Frau gewesen ist. Sorgfältig neu zusammengestellte Aussagen der Hl.Schrift, sowie Gebete in einer neuen Trauungsagende für heterosexuelle wie auch für gleichgeschlechtliche Paare werden die Sorgen überwinden, gegen die Bibel zu handeln und unterstützen ein Leben im Segen Gottes. Rückblickend war diese Gemeindevertretersitzung „ein offenes Kennenlernen mit Emotionen, die eine lebendige Gemeinde darstellen“ (aus dem Sitzungsprotokoll).

Peggau, 12.2.2019

 

Pfarrer Johannes Erlbruch, Kuratorin Bernadette Pfingstl, Berichterstatter Heinz Stroh

 

 

 

  


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