Da die Zahl der Gemeindemitglieder bis 1957 von 41 auf ca. 165 angestiegen war, überlegten die Gemeindevertreter, in Judendorf eine kleine Kirche zu errichten. Kurator Anderl schenkte der Pfarrgemeinde Peggau dazu das Grundstück unter der Bedingung, dass dort regelmäßig evangelischer Gottesdienst stattfinden solle.

Die Gemeindevertretung beschloss am 7. April 1957 einstimmig den Bau dieser Kirche. Die Finanzierung wurde durch Spenden, den Verkauf von zwei Bauparzellen in Frohnleiten und Arbeitsleistungen von Gemeindemitgliedern ermöglicht.

Pfarrer Jakob Ernst Koch reichte Anfang Juni 1957 einen von Stadtbaumeister Ing. W. Puntigam gezeichneten Plan beim OKR ein, der vom Bauanwalt der Ev. Kirche in Österreich, DI Friedrich Rollwagen, zunächst nicht genehmigt wurde, weil zu viele Raumforderungen auf zu wenig Fläche geplant waren: neben einem Windfang auch eine Sakristei, ein Waschraum mit WC und ein Nebenraum für Sitzungen und Konfirmandenunterricht.

Nachdem man sich auf einen abgeänderten Plan geeinigt hatte, erfolgte am 27. Oktober 1957 die feierliche Grundsteinlegung. Das Altarbild und die Entwürfe der Fenster und der Kirchentür, des Altars, von Ambo, Taufbecken und Beleuchtung stammen vom Maler Prof. Franz Köck, Tischlermeister Suppan fertigte die Einrichtung an.

Da trotz vieler Spenden und Eigenleistungen das Geld nicht reichte, wurden „der Schönheit zuliebe“ die Installierung der elektrischen Kirchenbankheizung, der Einbau einer „Sprechzelle für den Pfarrer“ und das

„Anlegen einer Ligusterhecke als Abgrenzung zur Straße“ zunächst zurückgestellt.

Am 7. September 1958 konntedie Einweihung der Heilig-Geist-Kirche als dritte Kirche der ev. Pfarrgemeinde Peggau gefeiert werden.

2006 ließ sich nicht mehr übersehen, dass die Kirche innen und außen dringend renovierungsbedürftig geworden war. Das Vordach bot kaum Schutz vor Wind und Regen. Die Innengestaltung entsprach nicht mehr den Anforderungen eines modernen Gottesdienstes, die defekten, mit Gas betriebenen Infrarotstrahler durften nicht mehr repariert werden, es fehlten eine Sakristei, ein WC und ein barrierefreier Zugang von der Straße her.

Nach intensiven Diskussionen, Befragungen und Beratungen bei Mitarbeitertreffen, Gemeindevertreter- und Presbytersitzungen sowie der Abklärung der Finanzierung der Kosten von immerhin rund 85.000 Euro wurde der Beschluss zu einer umfassenden Renovierung und Neugestaltung nach Plänen des Grazer Architekten Univ.-Prof. Werner Hollomey gefasst.

Der Umbau begann im September 2007, wie schon 1957 nur dank vieler Geld-, Sach- und Arbeitsspenden und Förderungen finanziert.

Bald zeigte sich, dass die neue Farbigkeit mit Rot (für Holzdecke und Emporenbrüstung) und Weiß (für die Wände) die Wirkung des Raums völlig veränderte. Jede Farbe, jedes Material ist nicht zufällig, sondern vom Architekten mit Bedacht auf sein Gesamtkonzept ausgewählt worden. Die Gestaltung der Außenanlage, des Eingangs mit Glasdach und Glastüren wirkt einladend und macht neugierig auf den Innenraum. Durch den Einbau einer kleinen Sakristei, eines Sanitärraums (ganz im Sinne des 1. Plans vom Juni 1957) und der Möblierung mit Einzelsesseln kann der Raum vielfältig genutzt werden.

Am 17. Mai 2008 konnte Pfarrerin Karin Engele mit einer liturgischen Feier die erneuerte Heilig-Geist-Kirche eröffnen. Der erste reguläre Gottesdienst fand am 16. Juli 2008 statt, und genau 50 Jahre nach der Einweihung konnten wir am 7. September 2008 das 50-Jahr-Jubiläum feiern.